Ev.Kirchentag:Die Kässmann-Kontroverse

DEKT35 Schlussgottesdienst Malzkorn

Schlußgottesdienst, Foto: dt. Kirchentag/ Malzkorn


Liebe Gemeindemitglieder,

seit jeher diskutiert der Kirchenvorstand die Frage, wie viel Medienpräsenz unsere Kirche braucht. Wir kommen meist zu dem Ergebnis, dass vor allem Medienkompetenz Erziehungsziel sein sollte, die Mediennutzung hingegen mit dem Interesse rasch erlernt wird. Der laufende evangelische Kirchentag in Berlin und Wittenberg ist wie jedes Mal immer auch ein politisches Forum mit heftiger Polarisation in alle Richtungen. Bezeichnend ist die Interpretation des aktuellen Vortrags der Theologin und ehemaligen Bischöfin Margot Käßmann im vollbesetzten City Cube, der im folgenden Artikel vom Veranstalter neutral wiedergegeben wird. Während die sozialistische Zeitung "Neues Deutschland" im Internet mit Freude auf den vermeintlichen Rechtshieb reagiert, kontert die AfD in ihren verschiedenen Foren mit einer gänzlichen Uminterpretierung der Zitate und unterstellt Käßmann, sie bezeichne jeden Deutschstämmigen als Nazi, daher dürfe sie selbst durchaus als (wörtliches Zitat:) "Nazischlampe" angesehen werden. Eigentlich aber interpretierte Käßmann primär die Geschichte von Maria und Elisabeth (Lk. 1, 39-56) in Hinblick auf Migration und Willkommenskultur, eins der diesjährigen Themen des Kirchentags. Thema eines weiteren Forums könnte demnach sein, ob Lutheraner unpolitisch sein können. Können wir tatsächlich "dem Kaiser geben was des Kaisers ist" ? Gibt es eine christliche Pflicht zur sorgfältigen Recherche? Wie viel Schlammbewurf müssen Christen tolerieren?

Wenn unsere Jugendlichen mediennutzungsvertraut aber ungeschult ihre Informationen nur in wenigen Facebookkanälen beziehen, was schnell konsumierte Kost ist, wird ihr Weltbild auch genau so einseitig sein wie ihr bevorzugter Kanal. Das macht mir persönlich weit mehr Sorge als der eigentliche Schlagabtausch im Internet und auf dem Kirchentag, der ja bewußt Forum auch für unbequeme Ansichten sein will. Drei Medien, drei Interpretationen der selben Rede und alle waren dabei. 
Ja, unsere Kirche, das heißt wir, sollten die neuen Medien bewußt wahrnehmen, sonst entgeht uns eine der wichtigsten Einflussquellen unseres Nachwuchses (und durchaus nicht nur dessen). Wir sollten wissen, dass Interpretationen wie oben zitiert Realität sind in den Online-Medien, und es ist unsere Aufgabe, unseren Kindern zu vermitteln, solche Aussagen zu vergleichen und richtig zuzuordnen. Nur so dürfen wir mündige Bürger, mündige Wähler und mündige Christen erwarten, wenn unsere Kinder erwachsen sind. Geschlossene Augen sind wohl die dümmste Art, der Realität zu begegnen.

Und  Ja: Christen sollten Schlammbewurf aushalten.
Nochmals Ja, all das kann und muss unsere Kirche aushalten können.
Allerdings nicht unbedingt schweigend, denn das, so meine ich, wäre durchaus unlutherisch ...

 


Den Originalartikel von Frank Rebmann über den Vortrag der Theologin Margot Kässmann finden Sie HIER

 

Auf der Präsenz des Kirchentages finden Sie auch weitere Berichte über Events & Vorträge. Einstieg über http://www.kirchentag.de

 


 

 

 Daniel Hoffmann, Missionsbeauftragter KV

 

 

 

 

Sanitätsstation für Kimelembe/Tansania

Dispensary in Tansania

Liebe Gemeindemitglieder,

vor einiger Zeit hielt mein Kollege, der Allgemeinarzt und Missionsbeauftrage des Dekanats Augsburg Dr. Hermann Fischer (rechts im Bild mit grünem Poloshirt) im Rahmen des Projekts Lial bei uns einen Vortrag über die Missionsarbeit im Süden Tansanias, wo im Gegensatz zum vorwiegend muslimisch geprägten Sansibar eine Reihe evangelischer Gemeinden angesiedelt ist, mit denen eine Partnerschaft über das Dekanat Augsburg besteht. Wir unterstützen die Gemeinden, finanzieren sie aber nicht. Projekte gehen immer von den Gemeinden selbst aus, die Planung, Organisation und Fundraising übernehmen ("Hilfe zur Selbsthilfe"). Dies stellt sicher, daß die Projekte funktionieren und vor Ort aufrechterhalten werden können, auch werden auf diese Weise Geldverluste durch Korruption vermieden. Im DispensaryAuch Frau Dekanin Kasch von der Augsburger Annakirche war mit einer Augsburger Abordnung bereits vor Ort und wurde auch in den ärmsten Hütten herzlich willkommen geheißen. Die Menschen haben gelernt, mit Wenig glücklich zu sein und sind Meister im Überwinden klimatischer und topographischer Hindernisse. Strom z.B. gibt es nur in einigen Dörfern der Region. Gleichzeitig wird aber der Glaube und die Gemeinschaft in den Gemeinden mit einer hierzulande völlig unbekannten Intensität gelebt. Jeder Gottesdienst ist ein Fest und die Gemeinden leben zu 100% von Spenden, auch die Ärmsten geben, was ihnen möglich ist. Aktuell hat mich Herr Kollege Dr. Fischer um Unterstützung für den Wiederaufbau des  Dispensarys in Kimelembe gebeten, das weit, weit entfernt von der Hauptstadt Daressalam nahe dem nordöstlichen Ufer des Lake Malawi liegt, der vielen wegen seiner farbenfrohen Barsche bekannt ist. Leider ist das Gebiet naturgemäß stechmückenverseucht und Malaria ist ein großes Problem. In Ermangelung geeigneter geländegängiger Fahrzeuge müssen die Verwandten Erkrankte mit Karren ins 60 km entfernte Ludewa transportieren, was ein beschwerliches und oft lebensgefährliches Unterfangen ist. Angestrebt wird der Wiederaufbau der kleinen Sanitätsstation mit Apotheke ("Dispensary"), um Erkrankte direkt vor Ort behandeln zu können. Unterstützung wird für die Renovierung des bestehenden Baus (Baumaterial) und die Anschaffung von medizinischem Gerät, Medikamenten, Verbrauchsmaterial  und Betten benötigt. Die späteren Lohnkosten werden vom tansanischen Staat übernommen, die Bauarbeiten erfolgen in Eigeninitiative. Die Ziegel für Bauprojekte werden zum Beispiel vor Ort selbst gebrannt, aber das Feuerholz muß bezahlt werden. Der evangelische Pfarrer vor Ort überwacht das Projekt und sorgt für korruptionsfreien Betrieb, so daß unsere Spendengelder zu 100% ankommen und für das Projekt verwendet werden - dies ist dem Augsburger Dekanat ein besonderes Anliegen, denn Korruption stellt in Afrika nach wie vor ein großes Problem bei allen Arten von Projekten dar.

Spenden (gemeinnützig: Spendenbescheinigung wird erstellt) erbitten wir an:

Evangelisch-lutherisches Dekanat Augsburg
Stichwort Spende Dispensary Kimelembe +
eigene Adresse (für Spendenbescheinigung)

IBAN: DE 41 5206 0410 0001 2010 00
BIC: GENODEF1EK1 (evangelische Bank eG)

Ein herzliches Vergelt's Gott für Ihre Unterstützung sagt stellvertretend für die Mission und unsere Patengemeinden Ihr

Daniel Hoffmann
Missionsbeauftrager Johanneskirche Meitingen

 

 

   
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